Protektionselemente in der Berner Straße
-Gut gemeint, aber schlecht umgesetzt-
Vor Baubeginn bot die Berner Straße negativen Gesprächsstoff zur Notwendigkeit der Baumaßnahme und während der Bauphase wurde sie wegen der längeren Bauzeit sowie den damit verbundenen Verkehrsbehinderungen zum Ärgernis. Bereits wenige Wochen nach Fertigstellung gibt es neuen Ärger. Die zur Erhöhung der Sicherheit für Radfahrer eingebauten Protektionselemente sind für den Autoverkehr nicht ausreichend sichtbar, sodass die Betonelemente bereits an mehreren PKWs für Schäden sorgten. Es war mit guter Absicht geplant. Die Umsetzung ist aber leider nicht geglückt.
Die Idee mit den Protektionselementen wurde 2019 von der Volksinitiative „Radentscheid Hamburg“ gefordert und war somit ein Bürgeranliegen. Gemäß der Initiative sollen Radwege von der Fahrbahn und dem Fußweg durch ein bauliches Element getrennt und somit sowohl missbräuchliches Befahren, Halten sowie Parken von KFZ´s als auch versehentliches Betreten verhindert werden. Es gab dazu eine Einigung zwischen der Hamburgischen Bürgerschaft und der Volksinitiative. Die Bürgerschaft nahm die Forderung auf und lässt seitdem Protektionselemente zur Trennung von Radwegen und Fahrbahnen setzen. Eine einheitliche Bauweise der Protektionselemente wurde dabei nicht festgelegt. Generell waren die Erfahrungen und Rückmeldungen zu den Protektionselementen bislang gut. Hier sind beispielhaft die Esplanade, Königstraße oder Hannoverschen Straße zu nennen. Bei der Bauart, die in der Berner Straße verwendet wurde, sieht es allerdings anders aus.
Die trapezförmigen Betonsteine, die längs zur Fahrbahn aufgeklebt wurden, haben sich nicht bewährt und stellen sowohl für Autofahrer:innen als auch für Radfahrer:innen eine Gefahr dar. Die Verkehrsbehörde zieht daraus 6 Wochen nach Inbetriebnahme der Berner Straße die Konsequenzen und lässt die Protektionselemente wieder entfernen und wird andere Möglichkeiten für den Schutz von Radfahrenden auf den Radfahrstreifen prüfen. Die Belange anderer Verkehrsteilnehmer:innen sollen dabei zukünftig ebenfalls ausreichend Beachtung finden.
Es ist schade, dass zu den Kosten für die Herstellung der Protektionselemente nun weitere Kosten und Unannehmlichkeiten für das Entfernen hinzukommen. Doch insbesondere die Situation in der Berner Straße zeigt, dass es schwierig ist, die Belange aller Verkehrsteilnehmer:innen gleichermaßen abzudecken. Nichtsdestotrotz setzen wir uns dafür ein, dass die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer:innen für einen zukunftsfähigen Mobilitätsmix Beachtung finden.
